Kommunalwahlprogramm – Die Linke im Landkreis Kronach

Vorwort zum Wahlprogramm

Die Linke steht für eine soziale, gerechte und solidarische Kommunalpolitik.

Unser Ziel ist ein Landkreis, in dem alle Menschen – unabhängig von Alter, Einkommen oder Herkunft – gleiche Chancen auf Teilhabe und ein gutes Leben haben.

Wir wollen die Lebensqualität in allen Gemeinden stärken, öffentliche Daseinsvorsorge sichern und den sozialen Zusammenhalt fördern.

Kommunalwahlprogramm für den Landkreis Kronach 2026

Wir setzen uns für bezahlbaren Wohnraum für alle ein.

Deshalb fordern wir eine Sozialquote von 15 % bei allen Bauprojekten ab acht Wohneinheiten. Alternativ sollen soziale Ausgleichsmaßnahmen möglich sein – etwa durch:

  • die Bereitstellung von Grundstücken für einen sozialen Wohnbaufonds,
  • Ausgleichszahlungen an soziale Wohnbauträger oder
  • die Förderung sozialer Wohnprojekte, wie z. B. betreutes Wohnen.

Wohnen ist ein Grundrecht – kein Luxusgut.

Familien sind das Herz unserer Gemeinschaft – wir wollen sie entlasten:

  • Kostenfreier Schulweg für alle Kinder, auch zu alternativen Schulformen wie Montessori-Schulen.
  • Sicherer Schulweg durch genügend Busse und Bahnen.
  • Kostenfreies Mittagessen in Schulen und Kindertagesstätten, damit kein Kind hungrig bleibt.

Arbeit braucht Respekt, Sicherheit und Gerechtigkeit.

Wir fordern:

  • Besseren Winterdienst im oberen Landkreis, damit Arbeitnehmer*innen sicher zur Arbeit kommen.
  • Vergabe kommunaler Aufträge nur an Unternehmen mit nachgewiesener Tariftreue.

Gute Arbeit ist ein Recht – kein Privileg.

Ältere Menschen verdienen Teilhabe und Würde.

Wir wollen:

  • Mobilitätskonzepte für Seniorentreffen und gesellschaftliche Teilhabe.
  • Die Förderung der ärztlichen Versorgung auf dem Land.
  • Mehr Generationsnachmittage, um Begegnung und Miteinander zu stärken.

Junge Menschen verdienen Mitsprache!

Wir fordern die Einrichtung eines vom Landkreis geförderten Schüler*innen-Parlaments.

Dieses soll Vertreter*innen aller Schulen die Möglichkeit geben, ihre Sichtweisen direkt in den Kreistag einzubringen – insbesondere zu Themen wie Bildung, Kultur, Freizeit, Kunst und Jugendpolitik.

Nur wer junge Stimmen ernst nimmt, gestaltet Zukunft wirklich demokratisch.

Mobilität darf kein Luxus sein.

Wir setzen uns für ein besser ausgebautes Nahverkehrssystem ein – auch in kleineren und abgelegenen Dörfern.

Der öffentliche Verkehr muss bezahlbar und verlässlich sein – im Idealfall vergleichbar mit dem 9-Euro-Ticket.

So schaffen wir soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zugleich.

Wir fordern kostenfreie und leicht zugängliche Beratungsangebote für alle Menschen im Landkreis:

  • Wohnrechts- und Sozialberatung für Menschen mit geringem Einkommen.
  • Unterstützung älterer Menschen bei der digitalen Terminvergabe und der Suche nach Ärzt*innen.

Niemand soll daran scheitern, Hilfe zu bekommen, nur weil bürokratische oder digitale Hürden im Weg stehen.

Gewalt hat in unserem Landkreis keinen Platz.

Wir setzen uns für umfassenden Schutz, sichere Strukturen und wohnortnahe Hilfeangebote ein.
Dafür fordern wir:

  • Wohnortnahe, barrierefreie Beratungsstellen für alle von Gewalt betroffenen Frauen.
  • Mehr Plätze in Frauenhäusern und Schutzwohnungen – direkt im Landkreis, nicht nur in Coburg.
  • Dauerhafte Finanzierung von Hilfs- und Präventionsangeboten statt befristeter Projekte.
  • Verpflichtende Schulungen für Polizei, Justiz und kommunale Ämter im Umgang mit häuslicher Gewalt.
  • Sichere Aufenthaltsrechte für Betroffene – unabhängig vom Aufenthaltsstatus.
  • Besseren Schutz und leichteren Zugang zu Hilfe für besonders gefährdete Gruppen: Frauen ohne gesicherten Aufenthalt, wohnungslose Frauen sowie trans-, inter- und nicht-binäre Personen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Sicherheit, Schutz und Unterstützung – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Lebenssituation.

Wir stehen entschieden gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Faschismus.
Unser Landkreis soll ein Ort bleiben, an dem Vielfalt, Solidarität und gegenseitiger Respekt selbstverständlich sind.

Dafür setzen wir uns ein:

  • Klare Kante gegen rechte Hetze und Diskriminierung – in Verwaltung, Schulen, Vereinen und auf der Straße.
  • Einrichtung einer Fach- und Meldestelle gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung auf Kreisebene, um Vorfälle zu erfassen, Betroffene zu unterstützen und Präventionsarbeit zu stärken.
  • Stärkung zivilgesellschaftlicher Initiativen, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt einsetzen.
  • Demokratieförderung in Bildungseinrichtungen und Jugendangeboten, um frühzeitig Vorurteilen und Hass entgegenzuwirken.
  • Unterstützung von Integrationsprojekten und Willkommensinitiativen im Landkreis.
  • Keine Zusammenarbeit mit rechtsextremen Parteien oder Organisationen – auf keiner Ebene.

Wir stehen für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft.
Faschismus ist keine Meinung – sondern ein Verbrechen.

Unsere Kronacher Innenstadt steht vor großen Herausforderungen: Viele Geschäfte sind verschwunden, Leerstand prägt das Bild, und Einkaufsmöglichkeiten wurden vor allem in die Industriegebiete verlagert. Junge Menschen, Seniorinnen und Familien finden kaum Angebote, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Das einzige größere Einkaufszentrum – die Weka – ist sanierungsbedürftig, teuer und für die Mehrheit der Bürgerinnen wenig attraktiv. Das Gebäude selbst ist veraltet und entspricht in seiner Konzeption nicht mehr den Bedürfnissen der Stadt und der Menschen, die hier leben.

DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass die Innenstadt wieder ein Ort für alle Menschen wird, nicht nur für wenige:

  • Förderung von gemeinwohlorientierten Geschäften, Bars, Cafés, Restaurants und sozialen Einrichtungen, die moderne, zeitgemäße und für alle zugängliche Angebote bereitstellen, inklusive veganer und nachhaltiger Optionen, um Vielfalt, Teilhabe und Gemeinschaft zu fördern.
  • Belebung durch kulturelle und kreative Projekte, z. B. Coworking-Spaces, Kunst- und Veranstaltungsräume, die sozialen Zusammenhalt und Gemeinschaft stärken.
  • Nachhaltige und bürger*innenorientierte Nutzung öffentlicher Gebäude, einschließlich sanierungsbedürftiger Immobilien wie der Weka, für Stadtentwicklung im Sinne des Gemeinwohls, nicht für Profite.
  • Unterstützung lokaler Einzelhändler*innen und Start-ups, die attraktive, moderne und bezahlbare Angebote schaffen, um Vielfalt, Teilhabe und die lokale Wirtschaft zu stärken.
  • Schaffung attraktiver Treffpunkte und Aufenthaltsräume für Studierende, junge Menschen und ältere Bürger*innen, damit die Innenstadt wieder lebendig, sozial inklusiv und generationenübergreifend wird.

Unser Ziel: Kronach als lebendige, soziale und zukunftsfähige Innenstadt, die allen Generationen gerecht wird, Gemeinwohl priorisiert und zeitgemäße, inklusive Angebote für alle bereitstellt.

Barrierefreiheit ist eine Voraussetzung, damit Menschen mit körperlichen, sensorischen oder geistigen Einschränkungen im Alltag nicht benachteiligt werden.

DIE LINKE setzt sich dafür auf Kreisebene ein:

  • Barrierefreie öffentliche Gebäude, Verkehrswege und Plätze in allen Gemeinden des Landkreises.
  • Barrierefreie Schulen, Kitas, Bibliotheken, Freizeitangebote und Ämter, damit Menschen jeden Alters die gleichen Chancen auf Teilhabe und Zugang haben.
  • Öffentlicher Nahverkehr, Bushaltestellen und Bahnhöfe, die für alle Menschen zugänglich sind, inklusive Hilfsmitteln und taktiler Orientierung.
  • Förderung von barrierefreiem Wohnraum und Anpassungen in bestehenden Gebäuden, damit Menschen selbstbestimmt leben können.
  • Bewusstseinsbildung und Schulung von Verwaltung, Personal und Unternehmen, um Barrieren zu erkennen und systematisch abzubauen.

Unser Ziel: Ein Landkreis, in dem alle Menschen – unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen – gleichberechtigt teilnehmen, sich frei bewegen und sämtliche Angebote nutzen können.