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DIE LINKE

Kreisverband Coburg


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Hochschulreform

Das deutsche Hochschulsystem ist seit der Bildungsexpansion in den 1970er Jahren finanziell ausgeblutet worden. 1500 Professuren sparten Regierungen alleine in den letzten fünfzehn Jahren trotz steigender Studierendenzahlen ein. So betreut heute ein Professor bzw. eine Professorin durchschnittlich 60 statt damals 40 Studierende pro Seminar. Die Lehre decken zunehmend Lehrbeauftragte, die zumeist nicht prüfen dürfen, mit geringer Bezahlung ab.

Die Situation wird sich verschärfen, wenn von 2011 bis 2015 etwa 275.000 junge Menschen aus geburtenstarken Jahrgängen zusätzlich studieren werden.
Statt Hochschulen deutlich besser mit Grundmitteln auszustatten, antworten einige Länder mit Studiengebühren und führen Dozentenstellen mit besonders hoher Lehrbelastung ein. Der Bund bietet den Hochschulen den Wettbewerb um Drittmittel an. Wie beispielsweise mit der Exzellenzinitiative, bei der sich Hochschulen nun um Mittel bewerben, die ihnen zuvor gekürzt worden sind.

Vielerorts haben Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Teil ihrer Mitbestimmungsrechte  eingebüßt. Stattdessen entscheiden starke Hochschulleitungen und extern besetzte Hochschulräte über Haushalte, Personalfragen und wissenschaftliche Schwerpunkte.

Seit der Umstellung der Abschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses beschränken Hochschulen häufig den Übergang von Bachelor zu Master. Studierende plagen sich mit der Anerkennung von Studienleistungen. Entgegen dem Ursprungsvorhaben wird das Bildungssystems auf diese Weise undurchlässiger und Studierende weniger mobil.

DIE LINKE steht für eine soziale Öffnung und paritätische Mitbestimmung an den Hochschulen. Es gibt keine sozial verträglichen Gebühren. Demokratische Mitbestimmung ist Voraussetzung für eine breit aufgestellte Forschung und damit gute Lehre. Lehrende müssen Forschung und Lehre gleichberechtigt betreiben dürfen. Wissenschaftliche Leistung lässt sich nicht an Drittmittelstärke messen und Qualität ist nur bei unabhängiger Grundfinanzierung möglich. Hingegen zeigt die Exzellenzinitiative, dass der Wettbewerb leer ausgegangene Hochschulen zu Standorten zweiter Klasse macht.

Statt der Exzellenzinitiative wird die tatsächliche Umsetzung des vereinbarten Hochschulpakts II zwischen Bund und Ländern gebraucht – ohne Finanzierungsvorbehalt!. Für eine bessere Betreuung und deutlich höheren Anteil von Menschen mit Studienabschluss müssen die öffentlichen Bildungsausgaben auf den OECD-Durchschnitt von 7 Prozent steigen. Damit Hochschulen für einkommensschwache Schichten sowie beruflich Qualifizierte wirklich geöffnet werden, muss das Studium gebührenfrei und die Zulassung bundesweit und ohne individuelle Auswahl durch Hochschulen geregelt sein. Es darf keine Zugangshürden zum Masterstudium geben. DIE LINKE will eine Demokratisierung durch starke, viertelparitätisch besetzte Hochschulgremien. Eine Personalstrukturreform muss Juniorprofessuren durch verbesserte Übernahmeperspektiven aufwerten und den Beruf des angestellten Forschers neben der Professur attraktiv gestalten.