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DIE LINKE

Kreisverband Coburg


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Gemeinschaftsschule

In keinem Industrieland der Welt hängt die Bildung der Kinder so stark vom Bildungsstand und vom Geldbeutel der Eltern ab. Schuld ist das mehrgliedrige Schulsystem. Nirgendwo sonst werden Kinder im Alter von zehn Jahren auf verschiedene Schulformen sortiert. Nur in Deutschland wird so früh über ihre Zukunft entschieden. Die Hälfte der Grundschülerinnen und Grundschüler bekommt keine angemessene Schulempfehlung. In der Regel schicken Lehrerinnen und Lehrer Akademikerkinder aufs Gymnasium. Arbeiterkinder haben bei gleicher Leistung im Durchschnitt zweieinhalbmal weniger Chancen auf eine Gymnasialempfehlung. Besonders betroffen vom selektiven Schulsystem sind Kinder von Migrantinnen und Migranten. Sie werden durch das System benachteiligt und nicht ausreichend gefördert. Behinderte Kinder sind vom allgemeinen Schulsystem vollständig ausgeschlossen und müssen auf die Sonderschule.

Die Folgen der sozialen Auslese sind fatal. Schwächen werden verstärkt, statt ausgeglichen. Das gesamte Bildungsniveau sinkt. Jeder fünfte 15-Jährige kann selbst einfache Texte nicht richtig verstehen. Jeder zehnte Jugendliche verlässt die Schule ohne Abschluss, ohne Aussicht auf einen  Ausbildungsplatz und ohne Perspektive fürs Leben. Jede/r zweite Hauptschüler/in bekommt keinen Ausbildungsplatz. Die Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen die Aufteilung nach der 4. Klasse und für gemeinsames Lernen bis zur sechsten oder zehnten Klasse aus.

DIE LINKE lehnt das mehrgliedrige Schulsystem ab und fordert „eine Schule für alle“ bis zur 10. Klasse, die freiwillig zum Abitur weiterführt. Voraussetzung für den Lernerfolg aller Schülerinnen und Schüler – der sogenannten „leistungsstarken“ und der „leistungsschwächeren“ - sind viel kleinere Klassen, der Ausbau zu Ganztagsschulen und mehr sozialpädagogische Betreuung. Die Bildungsausgaben müssen massiv erhöht und mehr Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden.

Alle Erfahrungen belegen: Je länger gemeinsam gelernt wird, desto besser die Ergebnisse aller. In der Grundschule driften die Leistungsergebnisse der Schülerinnen und Schüler nicht so weit auseinander wie nach der Aufteilung in verschiedene Schulformen. Viele Bundesländer wollen dagegen die Haupt- und Realschulen zusammenlegen und die Gymnasien erhalten. Dies ist aus Sicht der LINKEN keine Überwindung der sozialen Auslese, sondern zementiert die Zwei-Klassen-Bildung. Solange die Schulformen nicht qualitativ gleichwertig sind, werden die Besserverdienenden ihre Kinder auf die Gymnasien schicken.

Für DIE LINKE ist Bildung ein Menschenrecht. Jede und jeder muss sich umfassend bilden, individuell entwickeln und an der Gesellschaft teilhaben können. DIE LINKE tritt für das Recht auf gebührenfreie und gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen ein – unabhängig vom Geldbeutel und vom Bildungsstand der Eltern.

Eine gut ausgestattete „Schule für alle“:

  • beendet die soziale Auslese im Schulsystem,
  • kann die Fähigkeiten jedes einzelnen Jugendlichen besser fördern,
  • gibt Kindern von Migrantinnen und Migranten bessere Chancen auf gute Bildung,
  • ist integrativ, weil sie auch Kinder mit Behinderung einbezieht statt sie „auszusondern“,
  • ist leistungsfähiger, weil sie alle stärker macht,
  • ist demokratischer, weil sie unabhängig vom Geldbeutel mehr Bildung für alle ermöglicht.

In Berlin hat DIE LINKE in Regierungsverantwortung bereits die Gemeinschaftsschule bis zur zehnten Klasse als freiwilliges Angebot eingeführt.