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DIE LINKE

Kreisverband Coburg


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Arbeitszeit

Während manche Menschen arbeiten bis zum Umfallen, haben andere gar keine oder zu wenig Arbeit. So sind heute die Arbeitszeiten: zu lang für Vollzeitbeschäftigte, zu kurz für Menschen in Teilzeit und Minijobs, gar keine für Erwerbslose.

Zu lange Arbeitszeiten sind eine Ursache für Arbeitslosigkeit. Die enormen Produktivitätszuwächse der vergangenen Jahre spiegeln sich nicht in kürzeren Arbeitszeiten wieder. Im Gegenteil, die Arbeitszeiten sind sogar länger geworden. Mehr Produktivität heißt aber mehr Leistung pro Stunde. Wenn die Arbeitszeiten nicht entsprechend reduziert werden, verrichten weniger Menschen die gleiche Arbeit.

Wer Arbeit hat, ist häufig mit schwankenden und kaum planbaren Arbeitszeiten konfrontiert. Die tatsächlichen Arbeitszeiten weichen nicht selten von dem ab, was im Arbeitsvertrag vereinbart ist. Schicht- und Wochenendarbeit nimmt zu. Man soll rund um die Uhr verfügbar sein. Weder die Gesundheit der Beschäftigten noch ihre Arbeitszeitwünsche spielen eine Rolle. Wenn flexibel gearbeitet wird, dann richtet sich die Arbeitszeit meist nach den Belangen des Betriebes. In den seltensten Fällen orientiert sie sich am Bedarf der Beschäftigten. Ihre Wünsche nach einer Vereinbarkeit von Arbeitszeit und Zeit für sich selbst, für Freunde und Familie sind zweitrangig. Sie können nicht souverän über Arbeits- und Freizeit entscheiden.
Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat herausgefunden: Nur noch für jeden achten Beschäftigten gilt eine Arbeitszeit zwischen 35 und 42 Stunden, von montags bis freitags ohne Schichtdienst, Überstunden oder Gleitzeit. Knapp 30 Prozent der Beschäftigten haben dagegen überlange Arbeitszeiten von mehr als 42 Stunden pro Woche. Bei 15 Prozent schwanken die wöchentlichen Arbeitszeiten um mehr als 20 Stunden. Jeder siebte Beschäftigte arbeitet nachts und jeder Sechste in Schichten.

DIE LINKE setzt sich für eine Begrenzung des Arbeitstages ein. Zu lange und flexible Arbeitszeiten schaden der Gesundheit und erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Den Arbeitgebern müssen in ihrem Begehren nach allzeit abrufbereiten Beschäftigten Schranken gesetzt werden. Maßstab für die Dauer und die Verteilung der Arbeitszeit sollten die Wünsche der Beschäftigten sein. Diese wünschen sich im Schnitt eine wöchentliche Arbeitszeit von 34,5 Stunden pro Woche. Mehr Souveränität bei der Verteilung der Arbeitszeit ist ebenfalls im Sinne der Beschäftigten.

DIE LINKE steht für eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Die vorhandene Arbeit muss gerecht verteilt werden. Arbeitszeitverkürzung ist das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit.

DIE LINKE fordert, die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit in einem ersten Schritt von 48 auf 40 Stunden zu senken. DIE LINKE unterstützt die Gewerkschaften bei der Durchsetzung weiterer tariflich vereinbarter Arbeitszeitverkürzungen. Gleichzeitig müssen die Beschäftigten mehr Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitszeit haben. Sie müssen souverän über ihre Arbeitszeit entscheiden können. Es ist klar zu regeln, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein bestimmtes, ausreichendes Maß an freier Zeit zusteht, in der sie nicht abrufbereit sein müssen. Sollten Ausnahmen von dieser Regelung im Einzelfall notwendig sein, müssen sie vertraglich geregelt und vor allem zusätzlich vergütet werden.

Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen Eltern von Kindern bis zwölf Jahren ein Initiativrecht zur Gestaltung von Beginn und Ende ihrer täglichen Arbeitszeit haben. Eltern ist ein Recht auf Teilzeit einzuräumen, das mit dem Anspruch verbunden wird, nach der Teilzeit die Arbeitszeit wieder erhöhen zu können. Eltern müssen auf Verlangen von Mehrschicht in Normalschicht wechseln können.




Arbeitszeitverkürzung

Die Wirtschaftskrise bedroht hunderttausende Arbeitsplätze. Offiziell sind bereits 3,5 Millionen Menschen erwerbslos. Hinzu kommen Millionen Menschen in Minijobs oder in Teilzeit, die gerne länger arbeiten würden.

Gleichzeitig müssen viele, die eine Vollzeitstelle haben, sehr lange arbeiten. Im Durchschnitt waren das im Jahr 2007 mehr als 40 Stunden pro Woche. Das ist fast eine Stunde mehr als 2003. Das ist auch länger als in vielen anderen europäischen Ländern.

Drei von vier Beschäftigten in Deutschland sind unzufrieden mit ihrer Arbeitszeit. Vollzeitbeschäftigte wünschen sich oft eine kürzere Arbeitszeit, Teilzeitbeschäftigte eine längere. Im Schnitt liegt die gewünschte Arbeitszeit bei 34,5 Stunden pro Woche. Diese Wünsche stehen mit der tatsächlichen Arbeitszeit nicht im Einklang.

Statt lange Arbeitszeiten für die Einen und gar keine oder zu wenig Arbeit für die Anderen, muss die vorhandene Arbeit gerechter verteilt werden. Das bedeutet, dass die Arbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte verkürzt und Überstunden begrenzt werden müssen. Die Arbeitszeit zu reduzieren, ist für DIE LINKE ein zentrales Instrument gegen Arbeitslosigkeit und für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Dies gilt insbesondere in der Wirtschaftskrise und angesichts der drohenden Arbeitsplatzverluste. Wir treten für eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnverzicht ein.

Eine Studie der Universität Flensburg rechnet es vor: Wenn die Wünsche der Beschäftigten berücksichtigt würden, wäre die wöchentliche Arbeitszeit durchschnittlich drei Stunden kürzer. Dadurch könnten 2,4 Millionen neue Vollzeitjobs entstehen.

Arbeitszeitverkürzung ist aber auch wichtig für die Gesundheit der Beschäftigten. Denn lange Arbeitszeiten machen krank. Ein Beispiel: Wer mehr als 40 Stunden pro Woche arbeitet, hat häufiger mit Rückenproblemen oder Schlafstörungen zu kämpfen als jemand mit 35 Stunden pro Woche. Kürzere Arbeitszeiten sind außerdem wichtig, um Beruf und Familie zu vereinbaren.

DIE LINKE fordert, die zulässige wöchentliche Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz von 48 auf 40 Stunden pro Woche zu senken. Die 35-Stundenwoche und weitere tarifliche Arbeitszeitverkürzungen wollen wir gemeinsam mit den Gewerkschaften durchsetzen.