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DIE LINKE

Kreisverband Coburg


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Antisemitismus

Juden werden in Europa seit mehr als 1500 Jahren als angebliche Verursacher aller möglichen Fehlentwicklungen und als Menschen gemachter Katastrophen ausgegrenzt, verfolgt, vertrieben und ermordet. Im Mittelalter nahm die antijüdische Politik der katholischen Kirche sogar Züge einer systematischen Verfolgung an. Im 19. Jahrhundert entstand zeitgleich mit einer beginnenden jüdischen Emanzipation in Europa die politische Ideologie des Antisemitismus, die eine Verfolgung jüdischer Menschen nicht mehr „nur“ wegen ihrer Religion, sondern auch wegen ihrer angeblichen Zugehörigkeit zu einer „jüdischen Rasse“ rechtfertigte. Dieser Antisemitismus bereitete im 20. Jahrhundert dem Nationalsozialismus den Boden, der den Massenmord an den europäischen Juden staatlich organisierte und industriell durchführte.

Auch heute - mehr als 60 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus – ist der Antisemitismus keineswegs überwunden. Er besteht als latente, in Krisenzeiten aktivierbare Strömung in der Bundesrepublik weiter. Der Antisemitismus erscheint gegenwärtig auch wieder im Zusammenhang der Auseinandersetzungen im Nahen Osten, wenn eine berechtigte Kritik an der Politik Israels verbunden und aufgeladen wird mit alten antisemitischen Ressentiments und plattem Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Antikolonialismus. Dabei werden z.B. umstrittene Aspekte der israelischen Siedlungs-, Militär- und Sicherheitspolitik mit dem Holocaust verglichen und damit antisemitische Ressentiments erneut salonfähig gemacht.

DIE LINKE sieht den Antisemitismus als ein Problem der gesamten Gesellschaft an, aus deren Mitte er immer wieder entsteht. Einen wesentlichen Grund für sein ungebrochenes Fortbestehen liegt in der nach 1945 unterlassenen breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Rolle des Antisemitismus in der Ideologie des Nationalsozialismus und mit der Mitschuld jeder und jedes Einzelnen am Holocaust. Die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte und den Ideologien der heutigen Rechtsextremen bleibt für DIE LINKE deshalb ein entscheidender Punkt im Kampf gegen den Antisemitismus. In der modernen Einwanderungsgesellschaft Deutschland müssen aber auch andere und neue Zugänge zum Thema gefunden werden, um vorhandenen antisemitischen Vorurteilen von Migrantinnen und Migranten zu begegnen.

DIE LINKE fordert:

  • die aktive Förderung und Verbreiterung des jüdischen Lebens in Deutschland; Dazu gehört insbesondere die Unterstützung der kulturellen, akademischen und gesellschaftlichen jüdischen Einrichtungen.
  • eine sofortige und konsequente Ahndung aller antisemitisch motivierten Straftaten;
  • den Erhalt und die finanzielle Absicherung von Projekten, die sich gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus richten;
  • einen regelmäßigen Bericht zum Thema Antisemitismus, der von unabhängigen Experten im Auftrag des Bundestages erstellt wird und in dem konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Antisemitismus vorgeschlagen werden.