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28. März 2011

Rede von H. Friedrich bei Anti-Atom-Demo in LIF

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Redebeitrag Anti-Atom

Genossinnen und Genossen, anbei mein Redebeitrag zu den Anti-Atom Mahnwachen in Coburg und Lichtenfels. Etwaige Abweichungen von der Originalrede bitte ich zu verzeihen, da die Niederschrift im Nachhinein aus dem Gedächtnis angefertigt werden musste.

Die schwere Umweltkatastrophe, die sich in diesen Tagen in Japan ereignet, ruft unsere tiefste Anteilnahme, unser tiefstes, aufrechtes Mitgefühl mit der japanischen Bevölkerung hervor. In diesen Stunden sind unsere Gedanken bei den Menschen die ihr Leben verloren, die Menschen verloren haben die sie lieben. Die Ihr zuhause, ihre Wohnungen, ihre Heimat verloren haben. Das liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen erinnert uns in furchtbarer Weise daran, dass es für nichts im Leben eine Garantie gibt.

Das das Leben oftmals seine eigenen Wege geht, und wir sehr dankbar sein sollten, für die kleinen und großen Freuden die wir erleben dürfen. Denn niemand von uns weiß, niemand von uns kann mit Gewissheit sagen was das Morgen bringt, was die Zukunft, das Schicksal für uns bereithält. Erinnern sollten wir uns, und verstehen müssen wir, dass wir nicht alleine sind auf dieser Welt. Und das wir, auch wenn es uns heute gut geht, morgen vielleicht schon auf Hilfe und Mitgefühl angewiesen sein könnten.

Von dieser Katastrophe die sich gerade in Asien ereignet, geht wie wir alle wissen, noch eine ganz andere, eine sehr große Gefahr für uns Menschen, für die Menschen der gesamten Welt aus. Im Verlauf des Unglücks, kam es zu schweren Beschädigungen an Kernkraftwerken. Und eine Katastrophe mit Kernenergie, wie wir sie schon einmal in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erleben mussten, scheint immer offensichtlicher.

Ich sage es ganz ehrlich, ich auf dem Gebieten der Kernphysik, der Kernenergie ganz bestimmt kein Experte. Was ich darüber weiß, ist wahrscheinlich ebenso viel oder so wenig, wie das bei den meisten von uns der Fall ist, ganz allgemeine Informationen.

Aber eines, das kann ich mit Bestimmtheit sagen. Man muss mit sicherlich kein Experte oder Kernphysiker sein, um zu verstehen dass die Menschheit hier mit physikalischen Kräften spielt, denen sie nicht auch nur im allergeringsten gewachsen ist. Und ebenso bezweifle ich stark das die Menschheit das nötige Verantwortungsbewusstsein besitzt, um mit einer derartigen Kraft Gewissenhaft umgehen zu können. Und schon gar nicht in den Händen von privaten Geschäftemachern, die nur an ihrem eigenen Profit interessiert sind.

Wer kennt nicht die Sage um die berühmte Büchse der Pandora, die zwar zum einen Hoffnung enthält, die aber niemals geöffnet werden darf, weil sie ebenso alles Unheil und Schlechte dieser Welt in sich trägt. Die Kernenergie brachte für einen Zeitraum in der Geschichte Hoffnung und Erleichterung. Aber die katastrophalen Folgen wenn etwas schiefgeht, wiegen das in keinster Weise auf.

Die Kernenergie ist ein Relikt der Vergangenheit. Sie ist die Büchse der Pandora der modernen Welt, und wir müssen sie schließen, wenn wir schlimmstes verhindern wollen. Die technischen Möglichkeiten sind mit erneuerbaren Energiequellen heute mehr als gegeben. Wir müssen die Zukunft auf neuen Wegen beschreiten. Das ist unsere Pflicht, das ist unsere Verantwortung!

Ich sehe viele Menschen, die sich heute beteiligen. Das freut mich sehr, es gibt mir Zuversicht und Hoffnung, dass heute so viele gekommen sind. Das so viele ihre Bürgerrechte wahrnehmen, und ihre Meinung öffentlich zum Ausdruck bringen. Und sei es auch nur im kleinen, in stiller Andacht. Ob laut oder leise, das ist ganz gleich. Jede Stimme für unsere Sache, für den Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland zählt. Und es ist sehr wichtig, dass man sich zeigt, dass man zeigt das man eine Meinung hat, das man diese Meinung vertritt, und nicht alles hinnimmt was sich einige wenige für uns, oder besser gesagt für sich selbst, und ihr Bankkonto vorstellen.

Ebenso begrüße ich die Vertreter anderen Parteien und Initiativen. Es ist sicherlich richtig, unsere politischen Vorstellungen, unterscheiden sich in so manchen Punkten maßgeblich. Und doch müssen wir, bei derart weitreichenden Ereignissen, bei Ereignissen von solcher Tragweite, solcher Dimension, die uns alle als Menschen betreffen, ganz gleich welcher Parteizugehörigkeit, ganz gleich welcher Auffassung von Politik, versuchen unsere Kräfte zu einen, und gemeinsam für den Ausstieg aus der Kernenergie kämpfen.

Jetzt ist nicht die Zeit für parteipolitische Kämpfe. Jetzt ist nicht die Zeit für ein Ringen um Wählerstimmen. Jetzt ist die Zeit für gemeinsames, entschlossenes Handeln. Die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm. Die Zeiger drehen sich und drehen sich, und es ist unlängst fünf nach Zwölf.

Doch glaubt eines bitte nicht. Glaubt nicht, dass die jetzige Regierung und die Vertreter der Atomindustrie, die Kernkraftwerke in absehbarer Zeit, endgültig vom Netz nehmen, nur weil wir sie nett fragen, weil wir sie nett darum bitten. Ich denke, nein, ich weiß, die Erfahrung der letzten Jahre zeigt es mir, dass das wahrscheinlich eine Naivität wäre. Nicht viel mehr als eine wunderschöne Träumerei. Was die derzeitige Regierung, von "Volkes Willen" hält, wie sie damit umzugehen pflegt, das hat sie in den letzten Jahren bei mehr als nur einer Gelegenheit, sehr eindrucksvoll bewiesen. Nämlich nichts, gar nichts.

Die Netzwerke der Atomindustrie, ihrer Lobbyisten, sind auf das Engste mit den jetzigen Regierungsparteien verknüpft. Da kann man mir erzählen, was man möchte. Diese Leute werden mit Sicherheit alles daransetzen, dass alles ganz genau so bleibt wie es jetzt ist. Sicher, jetzt da Landtagswahlen anstehen, macht man einige Zugeständnisse, man gibt ein bisschen Leine. Um die Gemüter zu beruhigen. Aber in fünf oder sechs, in neun oder zehn Monaten, wird alles ganz genau so weitergehen wie bisher, wie es jetzt ist.

Dann nämlich, wenn der - und man mag mir den Ausdruck bitte Verzeihen - dann, wenn der dumme Wähler, der dumme Bürger sein Kreuzchen gemacht hat, ihnen ihr schönes Leben auf Staatskosten finanziert. Wenn der Mohr seine Schuldigkeit getan hat. Dann wird alles ganz genau so weitergehen, wie es jetzt ist. Die nächsten Schweinereien, werden mit Sicherheit schon in den Hinterzimmern ausgekungelt und zurechtgelegt.

Also, was müssen wir tun? Was ist unsere Aufgabe? Unsere Aufgabe ist es, und zwar die Aufgabe eines jeden von uns, den außerparlamentarischen Druck auf die Regierung zu erhöhen. Wir alle, ein jeder von uns ist das Volk. Wir haben eine Stimme. Wir haben eine starke Stimme. Und wir können diese Stimme benutzen, wenn es die Notwendigkeit erfordert. Wir werden und wir müssen, im Zeichen des friedlichen Protests, solange auf die Straße gehen, und unsere Meinung in der Öffentlichkeit kundtun, bis die Macht der Atomindustrie und ihrer Lobbyisten gebrochen ist, und zwar ein für allemal.

Und bis diejenigen, die sich unsere Volksvertreter nennen, auch wirklich die Meinung des Volkes und Volkes Willen vertreten. In diesem Sinne, gemeinsam für eine Zukunft ohne Kernenergie, ohne nuklearen Irrsinn!!

Heiko Friedrich


Heiko Friedrich ist Vorsitzender des Kreisverbandes Kronach-Lichtenfels.

Archiv: Anti-Atom-Demo in Lichtenfels

Website des KV Kronach-Lichtenfels